Bürgermeisterwahl 2015
Nach ersten Gesprächen in 2013 und im Frühjahr 2014 standen die folgenden Monate zunächst im Zeichen der Fusion der beiden Gemeinden Ilsede und Lahstedt. Nachdem die Gemeinden Ihre entsprechenden Beschlüsse gefasst hatten, galt es nun noch das Gesetzgebungsverfahren im Nds. Landtag abzuwarten. In dieser Zeit kam es auch zu den Zusammenschlüssen der politischen Gemeindeverbände.
Nachdem die CDU Ilsede in mir schon ihren Kandidaten für die Bürgermeisterwahl gefunden hatte, sollte doch auf Anregung der Lahstedter Christdemokraten auch nach Alternativen geguckt werden, um tatsächlich den besten Kandidaten auszuwählen.
Natürlich habe ich mich dieser Auswahl gestellt. Obwohl „der Spaß“ nun losging. Was sagt der Volksmund zum Thema „Verlobung“? – „Festhalten und weitersuchen!“ – Man hielt mich fest und suchte weiter. Kontaktaufnahmen fanden in der Regel donnerstags im 14-Tages-Rhythmus statt. - „Ja, aber…..“ – Und wieder vertröstet.
Viele Gesprächspartner im privaten Umfeld rieten mir zum damaligen Zeitpunkt schon, eine Kandidatur komplett ohne politische Unterstützung zu forcieren.
Anfang 2015 erhielt ich dann die Einladung zur Mitgliederversammlung. An diesem Abend (29.01.) fand die Abstimmung zwischen dem zweiten Bewerber und mir statt. Trotz angeblicher Telefonketten im Vorfeld der Sitzung für meinen Gegenkandidaten, konnte ich die Abstimmung der Mitglieder mit 31:27 Stimmen bei 2 Enthaltungen für mich entscheiden.
Wer nun dachte, alles ist gut, wurde abermals enttäuscht. Konnte ich als betroffener Bewerber am Abend der Sitzung noch daran glauben, als parteiloser Kandidat für die CDU aufgestellt zu werden, so wurde mir auf Nachfrage zu verstehen gegeben, ich sei nur zu unterstützender Einzelbewerber.
Die Begeisterung kannte keine Grenzen. Ich war der Einzige, der von anderen Voraussetzungen ausgegangen ist, wurde mir verdeutlicht. Kommunikation scheint nicht die Stärke meiner Gesprächspartner zu sein. Dies wird auch deutlich an der Tatsache, dass es gegenüber den Medien nie eine Richtigstellung von der Partei gab. Die Presse erhielt erst mit der Wahlbekanntmachung durch die Gemeinde die Information, dass ich nur als Einzelbewerber antrete.
Entscheidender an dem „guten“ Verhältnis miteinander war eher der Umstand, dass seit der o.a. Mitgliederversammlung einzelne Parteimitglieder den eigentlich unterlegenden Kandidaten massiv unterstützt haben. So gelang es, ihm in kürzester Zeit mehr als auskömmlich Unterstützer-Unterschriften zu beschaffen, so dass er auch noch als Einzelkandidat antreten konnte.
Da sich unser Verhältnis immer weiter abkühlte, nahm man es als dankbare Steilvorlage auf, dass ich über meinen geplanten Urlaub in den Osterferien berichtete. Doch nicht etwa der politische Gegner, nein, die eigenen vermeintlichen Unterstützer nahmen meine seit über einem Jahr geplante urlaubsbedingte Abwesenheit zum Anlass, mich in das Licht zu rücken, dass Ihrer Unterstützung für den ursprünglich unterlegenen Kandidaten am meisten nutzte.
Wiederholt wurde von meinen Gesprächspartnern im privaten Umfeld geäußert, dass das Verhalten der „Unterwanderer“ Grund für ein Parteiausschlussverfahren sei.
Im Nachhinein bin ich froh, meinen Urlaub nicht noch abgesagt zu haben!
Über die vielen kleinen Unzulänglichkeiten, die in dem Verhältnis zwischen den vermeintlichen Unterstützern und mir eher zu einer Distanzierung als zu einer Annäherung führten, verzichte ich an dieser Stelle, um diesen Bericht noch in einem lesbaren Umfang zu halten.
Für mich war es eine Erfahrung in meinem Leben, die mir keiner mehr nehmen kann. Das Vertrauen in Parteien wurde nicht gefördert; eher das Verständnis für Politikverdrossenheit.